New York

5. September
 
 

Fort Tyron Park, The Cloisters, Cathedral of St. John the Devine

Ich habe ziemlich schlecht geschlafen, gegen 3 Uhr war ich schon ziemlich munter. Die Zeitumstellung ist eben nicht auf Anhieb zu meistern. Frühstücken sind wir gleich nebenan bei Sbarros ("The Italian Eatery") gegangen, weil wir nicht so viel Zeit verplempern wollten. Ich habe mich gleich auf Muffins spezialisiert, Daddy hat Ham und Eggs gegessen. Ein Problem gab es aber gleich. Der Kaffee war viel zu heiß. Das war aber nicht das eigentliche Problem. Sondern der Kaffee kühlte auch nicht ab, weil der Becher aus Polysterol und damit wärmeisolierend ist. Ziemlich bald mußten wir feststellen, daß das ein grundlegendes amerikanisches Problem ist. Meine Erklärung ist, im tiefsten Winter bei -20°C holen sich die Amerikaner im Laden ihren Kaffee im Plastebecher und gehen damit noch 3 Meilen zur Arbeit spazieren und erwarten dann noch, das der Kaffee warm ist. Solchen heißen Kaffee gibt es dann das ganze Jahr. Nachdem Frühstück sind wir das erstemal in die Pennsylvania Station, um uns mal zu orientieren, außerdem fuhren hier irgendwo auch Züge der Linie A ab. Ein riesiges Menschengedränge zwängte sich durch den Bahnhof. Ein Schild zur Linie A sollte uns eigentlich die Richtung zeigen, nur mit dem Problem, daß wir vom Hauptgang in der Pennsylvania Station in einen parallelen Gang kamen, wo eigentlich die ganze Zeit nur etwas von New Jersey Transit stand. Aber irgendwie ziemlich am Ende des Ganges kam dann der nächste Hinweis zur Linie A. Dann haben wir uns erstmal mit 6 Token für die U-Bahn (für Bus gehen die auch) eingedeckt. Token spielen hier die gleiche Rolle, wie 5 Kopeken Stücke früher in der Moskauer Metro. Eine elektronische Bezahlungsweise, die MetroCard, beginnt aber hier langsam, die Token abzulösen. Auf dem Bahnsteig müssen wir nicht lange warten, bis ein Zug kommt. Er ist sehr voll, aber nach ein paar Stationen wird er ziemlich leer. Da er ein Expreßzug ist, hält der Zug nicht an jeder Station. Die Fahrt durch die Tunnel ist manchmal ganz abwechslungsreich, da andere Linien uns scheinbar auf halber Höhe kreuzen. Nach einiger Zeit sind wir da: 190th St-Overlook Terrace. Unser Ziel ist die Nordspitze Manhattans. Ein Wegweiser zum Museum The Cloisters steuert uns zu einem Fahrstuhl. Daß die U-Bahn hier so tief fährt, hätten wir gar nicht gedacht. Oben angelangt, stellen wir fest, daß die U-Bahn hier nicht in größerer Tiefe als in der Midtown Manhattan fährt, sondern das Gelände sich als fast bergig erweist. Wir stehen nun unmittelbar vor dem Eingang des Fort Tyron Parks.
Eingang des Fort Tyron Parks
Eingang des Fort Tyron Parks
Es führt hier ein ziemlich direkter Weg zum The Cloisters Museum, wir sehen uns aber erstmal an einer Aussichtsterrasse um. Es geht jetzt aber auch gleich erstmal abwärts, wobei ich hier schon abwägen muß, daß wir hier ja auch wieder hoch müssen. Es bietet sich eine tolle Aussicht. Der Hudson River scheint riesig breit, die New Jersey Seite ist auch ziemlich hoch mit steil abfallenden Felsen.
Aussicht auf die George Washington Bridge 1/2
Aussicht auf die George Washington Bridge 1/2
Aussicht auf die George Washington Bridge 2/2
Aussicht auf die George Washington Bridge 2/2
Die Größe und Spannweite der George Washington Bridge, Baujahr 1931, ist beeindruckend. Unter uns sieht man die Fahrspuren einer Hälfte des Henry Hudson Parkway, weiter unten soll noch die andere Spur und auch eine Eisenbahnstrecke verlaufen. Trotz aller Bemühungen ist von beiden vor lauter Bäumen nichts zu sehen, wobei man sich die Frage stellt, wo denn das alles noch sein soll, denn hinter den Bäumen scheint gleich das Ufer der Hudson River zu sein. Im Park selbst laufen "tausende" Exemplare einer Art grauer Eichhörnchen rum und spielen miteinander. Das Fort Tyron selbst ist nur noch eine befestigte Ebene mit Aussicht auf The Cloisters. Man sieht auch einen Teil des restlichen Manhattans, was dem Berg praktisch zu Füßen liegt.
im Fort Tyron Park
im Fort Tyron Park
Im Park sind immer wieder einige Felsteile zu sehen. Auf dem Weg zum Museum The Cloisters kommen wir noch mehrere Male an Aussichtspunkten auf den Hudson River vorbei. Es ist immer wieder ein schöne Aussicht. Am Museumseingang müssen wir noch eine kleine Weile warten, weil wir zu zeitig sind. The Cloisters ist ein Museum in dem Überreste französischer und spanischer Klösters des 12./13.Jahrhunderts gezeigt werden.
die Südseite von the Cloisters
die Südseite von The Cloisters
Ostseite von The Cloisters
Ostseite von The Cloisters
Das Museum ist sehr interessant. Kreuzgänge, kleine Kapellen, auch ein Kräutergarten gehören zum Museum. Ein Nebeneffekt ist, daß man gar nicht mehr das Gefühl hat, mitten in New York zu sein. Nachdem Besuch des Museums müssen wir den ganzen Berg runter, was auch ziemlich anstrengend ist, weil es  sehr steil nach unten geht. Unten angekommen muß ich erstmal in Richtung Hudson River gehen, um zu schauen, ob da wirklich eine Eisenbahnstrecke am Fluß langgeht, da man diese ja von oben nicht sehen konnte. Die Eisenbahnstrecke gibt es wirklich. Leider kommt gerade kein Zug vorbei, den ich fotografieren könnte. Vom Nordende Manhattans trennt uns jetzt nur noch der Inwood Hill Park. Den durchqueren wir jetzt aber nicht, denn er scheint auch bergig zu sein und alleine durch den Park zu gehen, wird vom Reiseführer nicht gerade empfohlen (O-Ton: Today, the park is quite empty on weekdays, and is unwiose to walk here alone). Der Eindruck den die Umgebung hier macht, fördert auch nicht gerade den Entdeckerdrang. So landen wir in der U-Bahnstation Dyckman Street & Thayer Street.
in der New Yorker U-Bahn
in der New Yorker U-Bahn
Von hier geht die Fahr mit der Linie 1/9 in Richtung Nordende Central Park. Vorher wollen wir noch zur Cathedral of St John the Divine. Es ist die größte Kathedrale der Welt im gotischen Stil.
unterer Teil der Westseit der Cathedral of St John the Devine
unterer Teil der Westseite der Cathedral of St John the Divine
oberer Teil der Cathedral of St John the Devine
oberer Teil der Westseite der Cathedral of St John the Divine
Der Weg dorthin war ein kleinwenig abenteuerlich. Aus der U-Bahn sind wir in der Station 116th St. ausgestiegen. Man merkte gleich, daß man in Harlem war. Es war ein komisches Gefühl: Runtergekommene Häuser, Leute, die vor den Häusern rumhängen und weit und breit kein Weißer.  Zur Kirche war es nicht so weit. Das aber der Grünstreifen aus dem Stadtplan, der Morningside Park, zwischen Morningdale Dr. und Morningdale Ave, eine Anstieg von 15 Metern Höhe und gleichzeitig eine natürliche Barriere zwischen Harlem und der Upper West Side bildet, war nie zu erahnen gewesen. An der Cathedral St John the Divine wird seit 1892 gebaut und ein Ende scheint auch nicht abzusehen. Das war schon interessant. Weiter geht es zum nur wenige Blöcke entfernten Nordende des Central Parks.
Ankunft und Empire State Building
Central Park
New York
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